01.06.2020

Restaurantbesuch mit Allergikern

Wer kennt sie nicht, diese Allergien. Der eine Gast hat eine Nussallergie, ein anderer verträgt keine Meeresfrüchte. Wieder einer isst prinzipiell
kein Schweinefleisch und wünscht auf dem Vorspeisenteller Mostbröckli anstatt Parmaschinken. Dann kommen noch die mit dem hohen Blutdruck, also ohne Salz oder nur «äs bitzeli». Heutzutage ist der «Normalgast» zunehmend die Ausnahme und das «Wunschkonzert» die Regel. Ausgeprägte Abneigungen, aufs Essen projizierte Weltanschauungen, immer mehr Unverträglichkeiten und Allergien. Wie kann da ein Küchenorchester noch mit Begeisterung spielen? Die Service-Schauspieler sind heillos überfordert. Dann nämlich, wenn die Konzertstühle bis auf den letzten Platz besetzt sind. Schauen Sie einmal in die Runde!

Am Tisch 14 bringt gerade ein Vegetarier seine Wünsche an: «Bitte keinen langweiligen Gemüseteller. Pilze esse ich nicht. Rosenkohl hasse ich wie der Teufel das Weihwasser. Gruss an die Küche, sie sollen sich was einfallen lassen. Aber nur frische Sachen und möglichst regional.» Schon kommt Tisch 20 mit einem neuen Spezialwunsch an den Service: «Können Sie bitte am Tisch nebenan sagen, sie sollen mit dem Hund verreisen, denn ich habe eine Hundehaarallergie.» Als ob das so einfach wäre, sind doch der Hund und sein Besitzer seit Jahren Stammgäste. Das Tier bellt nie, riecht nicht und liegt brav unter dem Tisch.

Wenn man als Gast schon weiss, was einem fehlt, kann man im Zeitalter der Digitalisierung im Internet die Speisekarte vor dem Restaurantbesuch studieren und allfällige Spezialwünsche bei der Reservation anbringen.
Das hat kürzlich an einem Anlass, dem ich beiwohnen durfte, glorios funktioniert. Eine Dame und ein Herr wurden unauffällig mit ihrem «allergiebedingten» Extraessen beglückt. Ohne Gestürm und ohne Hektik. So einfach (wäre) ist das!

Herbert Huber

Emil Frei - Ihr Autocenter in Ebikon