Schärer Linder

25.06.2020

«Ich bin ein Macher»

Dani Abächerli (links) dankt seinem Vorgänger Roland Fischer für sein fideles Präsidialjahr und überreicht den traditionellen Plakettenrahmen. Bild: PD

Dani Abächerli (links) dankt seinem Vorgänger Roland Fischer für sein fideles Präsidialjahr und überreicht den traditionellen Plakettenrahmen. Bild: PD

Der neue LFK-Präsident Dani Abächerli ist schon seit mehreren Jahren in der Fasnachtsszene dabei. Nun möchte er als LFK-Präsident während der Fasnachtstage für einige Überraschungen sorgen.

Dani Abächerli, ein Wie-viel-Prozent-Pensum ist die Fasnacht in Ihrem Leben?

Ich würde sagen emotional 100 Prozent, arbeitsmässig 10 Prozent.

 

Sie sind der unbestrittene Fasnachtsumzugsspezialist der Stadt Luzern: Was macht den perfekten Korso aus?

Er muss immer schön fliessen und darf nicht zu viele Lücken haben, damit die Zuschauer immer etwas davon haben. 

 

Woher kommt Ihre Faszination für Umzüge?

Ich habe generell Faszination für alles, was mit der Fasnacht zu tun hat. Die Faszination besteht darin, mit Leuten etwas zu organisieren, dass den Teilnehmenden sowie den Zuschauern wahnsinnig viel Freude macht. 

 

Werden Sie es schaffen, als LFK-Präsident ruhig in der Kutsche zu sitzen und keine Instruktionen zu geben während des Umzuges?

Ich werde in der Kutsche nur nach links und rechts schauen können, denn man nimmt mich sozusagen aus dem Verkehr. Das ist aber vielleicht auch gut, dann muss ich nicht immer «drischnorre».

 

Sie sind Blasmusiker, waren auch einst Mitglied einer Guggenmusik. Jetzt tragen Sie einen schwarzen Anzug an der Fasnacht. Haben Sie keine Wehmut?

Ich habe schon meinen Freunden gesagt, dass ich dieses Jahr am wenigsten Kreativität im Bezug auf Kleidung haben werde, aber ich habe bisher so viele Sujets tragen dürfen, dass es durchaus auch mal einen schwarzen Anzug verträgt.

 

In Ihrer Fasnachtskarriere fehlt nach dem LFK-Präsident nur noch ein Titel: Fritschi­vater. Da gelten Sie – nach internen Informationen – eigentlich als Nachfolger im Laufe der kommenden Jahre schon als fix. Herrscht schon Vorfreude?

Das müssen Sie meine Frau fragen. Wenn ich Fritschivater werde, muss ich ihr Ferien auf Hawaii bezahlen.

 

Nebst Ihrer Mitgliedschaft in der altehrwürdigen Zunft zu Safran sind sie auch Gründungsmitglied der kleinen Zunft zu GordonBlööö. Passt Ihnen das Essen an den Safran-Anlässen nicht mehr? 

Ich würde in meinem Leben nie etwas gegen die Zunft zu Safran sagen, aber das Cordon bleu im «Doorzögli» ist natürlich schon besser. Ich hoffe, die Zunft wirft mich jetzt wegen dem nicht raus (lacht).

 

Es gibt Befürchtungen, es könnte Ihnen langweilig werden an der Fasnacht. Bis jetzt hatten Sie immer eine aktive Funktion, mussten «arbeiten», jetzt dürfen Sie nur repräsentieren und Hände schütteln.

Das hat schon ein gewisses Minimal­risiko, aber ich werde das schon noch auffüllen. Es wird noch überraschende Momente geben, denn ich bin einfach ein Macher. Ich werde die Fasnachtsszene sicher noch das eine oder andere Mal überraschen.

 

Erwartet wird von einem LFK-Präsidenten auch, dass er träfe Sprüche und Reden von sich gibt, vielfach auch spontan. Freude oder Nervositätsgenerator für Sie?

Fragen Sie den Narr in mir. Als Zunftnarr 2018 war ich natürlich viel gefordert, jedoch trete ich sehr gerne spontan auf.

 

Sie kennen alle Facetten der Luzerner Fasnacht: Was sind für Sie ganz persönlich die schönsten Augenblicke in diesem Geschehen?

Ein emotionaler Ausbruch ist vor allem am Morgen um fünf Uhr die Fritschitagwache. Während der Fasnacht hat man den Treiber, dass man von Tag zu Tag früher nach Hause geht, aber dann packt einen wieder das Fasnachtfieber und man bleibt bis zum Morgengrauen.

 

Inwiefern wollen Sie die Fasnacht 2021 persönlich prägen?

Es soll einfach nicht vom Corona-Fasnachtsjahr gesprochen werden. Leute sollen davon reden, dass der Abächerli ein absoluter Durchfasnächtler ist. Es gibt auch einen Spruch, der einige prägt: Bevor wir nach Hause gehen, nehmen wir immer noch «a Bächerli».

Elma Softic