15.06.2020

Das Klima wühlt den Wald auf

Die Sicherheit der Waldarbeiter muss stets gewährleistet werden, auch während der Arbeit an grossen Maschinen.
Der Guggiföhn hat in der Gemeinde Escholzmatt-Marbach grosse Waldschäden verursacht.
Grosse Lastwagen müssen täglich Holz aus dem Wald abtransportieren.
Erwin Meier, Bruno Röösli, Christiane Guyer und Urs Felder von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald sorgen sich um den Wald.

Die Sicherheit der Waldarbeiter muss stets gewährleistet werden, auch während der Arbeit an grossen Maschinen.

Die Sicherheit der Waldarbeiter muss stets gewährleistet werden, auch während der Arbeit an grossen Maschinen.
Der Guggiföhn hat in der Gemeinde Escholzmatt-Marbach grosse Waldschäden verursacht.
Grosse Lastwagen müssen täglich Holz aus dem Wald abtransportieren.
Erwin Meier, Bruno Röösli, Christiane Guyer und Urs Felder von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald sorgen sich um den Wald.

Der Guggiföhn hat in der Gemeinde Escholzmatt-Marbach grosse Waldschäden verursacht.

Die Sicherheit der Waldarbeiter muss stets gewährleistet werden, auch während der Arbeit an grossen Maschinen.
Der Guggiföhn hat in der Gemeinde Escholzmatt-Marbach grosse Waldschäden verursacht.
Grosse Lastwagen müssen täglich Holz aus dem Wald abtransportieren.
Erwin Meier, Bruno Röösli, Christiane Guyer und Urs Felder von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald sorgen sich um den Wald.

Grosse Lastwagen müssen täglich Holz aus dem Wald abtransportieren.

Die Sicherheit der Waldarbeiter muss stets gewährleistet werden, auch während der Arbeit an grossen Maschinen.
Der Guggiföhn hat in der Gemeinde Escholzmatt-Marbach grosse Waldschäden verursacht.
Grosse Lastwagen müssen täglich Holz aus dem Wald abtransportieren.
Erwin Meier, Bruno Röösli, Christiane Guyer und Urs Felder von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald sorgen sich um den Wald.

Erwin Meier, Bruno Röösli, Christiane Guyer und Urs Felder von der Dienststelle Landwirtschaft und Wald sorgen sich um den Wald.

Stürme, Trockenheit und Borkenkäfer hinterlassen im Wald Spuren und stellen damit die Waldwirtschaft vor Herausforderungen. Der Kanton Luzern und der Bund stocken die Kredite um 3,5 Millionen Franken zur Schadensbewältigung auf.
Den 15. November 2019 wird Christiane Guyer, Leiterin Dienststelle Landwirtschaft und Wald, nicht so schnell wieder vergessen. «Ich kann mich gut an den Abend erinnern, als mein Kollege mich zu sich rief und mir auf seinem Bildschirm Aufnahmen von den umgefallenen Bäumen zeigte, die wie Streichhölzer am Boden lagen.» Der Guggiföhn verursachte im November in der Gemeinde Escholzmatt-Marbach grosse Waldschäden mit einer Schadensmenge von 30 000 Kubikmetern Holz, was 20 000 Bäumen entspricht.


Die Räumung der Bäume ist angesichts des tiefen Holzpreises oft nicht kostendeckend. Die Corona-bedingten Schliessungen von Verarbeitungsbetrieben schränken den Holzabsatz zusätzlich ein. Trotz jetziger Fortsetzung der Arbeit auf den Baustellen und in der Verarbeitung ist damit zu rechnen, dass grosse Mengen an Schadholz die Kapazitäten der Holzlogistik übersteigen. Somit wird vermehrt Totholz im Wald verbleiben.


Lamellen statt Rundholz


90 Prozent der entstandenen Schäden betreffen den Schutzwald. Dieser sollte unterliegende Siedlungen sowie Verkehrswege vor Überschwemmung und Murgang schützen. Damit der verbleibende Schutzwald die Schutzfunktion auch sicherstellt, müssen Folgeschäden vermieden werden. Der Kanton Luzern hat eine Massnahme gestartet, um das anfallende Holz anstelle von Rundholz als Lamellen bereitzustellen. In geschnittener Form behält das Holz seinen Wert und kann günstig gelagert werden. Der Kanton Luzern plant nun, das Holz für kantonseigene Bauten zu verwenden. «Wenn wir schon Holz aus einer Schadenssituation haben, dann sollte man dieses auch verwerten», sagt Bruno Röösli, Abteilungsleiter Landwirtschaft und Wald. Seit 2018 setzen der Bund und der Kanton Luzern für Schutzmassnahmen im Wald pro Jahr durchschnittlich 2,9 Millionen Franken ein und behandeln rund 40 000 Kubikmeter Holz. Dafür sind 1,5 Millionen Franken innerhalb der bestehenden Kredite umgelagert und seitens Bund und Kanton Luzern um insgesamt 3,5 Millionen Franken befristet zur Schadensbewältigung aufgestockt worden.


Grosses Angebot für Borkenkäfer


Vermehrte Stürme, kombiniert mit immer längerer Trockenheit, stellen die Waldwirtschaft vor Herausforderungen. Bäume wurden durch solche Umstände geschwächt und vom Borkenkäfer bevorzugt befallen. Dadurch hat sich der Borkenkäfer stark vermehrt und auch gesunde Nadelbäume zum Absterben gebracht. Das grosse Nahrungsangebot förderte die Vermehrung des Borkenkäfers. Befallene Bäume können, bevor der Borkenkäfer ausgeflogen ist, gefällt und abtransportiert oder vor Ort entrindet werden. «Unser Ziel sind Streuschäden vor Flächenschäden. Wir werden Bäume zuerst entmisten und entrinden, sodass der Borkenkäfer sich nicht einnisten kann», sagt Urs Felder, Fachbereichsleiter Waldregion Entlebuch und Schutzwald. Damit wird dem Käfer die Nahrungsgrundlage entzogen und die Vermehrung gestoppt. Bereits totes Holz ist jedoch nicht nachteilig, da viele Lebewesen auf dieses Holz angewiesen sind.


Zukunft der Wälder


Auf den beschädigten Flächen bieten sich Chancen für Mischwälder mit trockenheits- und hitzetoleranteren Laub- und Nadelbäumen. Dort, wo möglich, wird der Wald verjüngt. Zur Lenkung der Baumartenzusammensetzung werden gezielte Eingriffe im Jungwald nötig sein. Wo die Konkurrenzvegetation eine Verjüngung durch natürliches Ansamen nicht zulässt, unterstützen der Kanton und der Bund über Förderprogramme die Pflanzung von standortgerechten, dem künftigen Klima gerechten Baumarten. Durch den Klimawandel ist der Wald gefordert, sich anzupassen. «Bei der Auswahl der Bäume ist zu berücksichtigen, dass heute keimende Bäume bereits im mittleren Alter in einem stark veränderten Klima wachsen werden», sagt Erwin Meier, Leiter Staatsforstbetrieb.

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